Der Grand-Place, niederländisch Grote Markt, ist das historische Zentrum Brüssels und der erste Ort, den die meisten Besucher ansteuern. Der rechteckige Platz misst etwa 110 mal 68 Meter und wird auf allen Seiten von reich verzierten Zunfthäusern umschlossen, überragt vom gotischen Rathaus mit seinem 96 Meter hohen Turm. Seit 1998 zählt das Ensemble zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Geschichte des Platzes
Der Grand-Place entstand bereits im 11. und 12. Jahrhundert, als ein sumpfiges Gelände trockengelegt und als Markt genutzt wurde. In den folgenden Jahrhunderten siedelten sich hier Handwerkerzünfte an, die ihren Wohlstand mit immer prächtigeren Zunfthäusern demonstrierten. Das Rathaus (Hôtel de Ville) wurde zwischen 1401 und 1455 errichtet und ist bis heute das dominierende Gebäude des Platzes.
1695 ließ der französische König Ludwig XIV. Brüssel beschießen, wodurch der Grand-Place bis auf das Rathaus fast vollständig zerstört wurde. Die Zünfte bauten ihre Häuser innerhalb weniger Jahre im damals modernen Barockstil wieder auf, was dem Platz sein bis heute einheitliches, aber keineswegs eintöniges Erscheinungsbild verleiht.
Öffnungszeiten
| Platz | durchgehend geöffnet, kein Eintritt nötig |
| Rathaus & Stadtmuseum (Maison du Roi) | i. d. R. Di–So ca. 10:00–17:00 Uhr, saisonal abweichend |
Die umliegenden Museen und das Rathaus haben eigene, saisonal abweichende ÖÖffnungszeiten. Für einen Rathausbesuch lohnt sich ein Blick auf die aktuellen Termine der Stadt Brüssel, da Führungen oft nur zu festen Zeiten stattfinden.
Tickets & Preise
Der Zugang zum Grand-Place selbst ist kostenlos und jederzeit möglich, da es sich um einen öffentlichen Platz handelt. Eintritt wird nur für die Innenbesichtigung einzelner Gebäude fällig, etwa für das Stadtmuseum im Maison du Roi, das sich der Geschichte Brüssels sowie der umfangreichen Kostümsammlung des Manneken Pis widmet.
Führungen über den Platz
Die meisten Stadtführungen durch die Brüsseler Altstadt starten oder enden am Grand-Place, da sich von hier aus Manneken Pis, die Galeries Royales Saint-Hubert und die Kathedrale St. Michael und Gudula gut zu Fuß erreichen lassen. Eine Führung lohnt sich besonders, um die Symbolik der einzelnen Zunfthausfassaden zu verstehen, die sich einem unerfahrenen Auge kaum erschließt.
Anfahrt & Lage
Der Grand-Place liegt im Fußgängerbereich der Brüsseler Altstadt und ist nicht mit dem Auto erreichbar. Die nächstgelegenen Metrostationen liegen jeweils nur wenige Gehminuten entfernt.
Adresse: Grand-Place, 1000 Brüssel
Highlights – Was du sehen solltest
Rathaus (Hôtel de Ville)
Gotisches Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert mit 96 Meter hohem Turm, bis heute Sitz der Stadtverwaltung.
Maison du Roi
Beherbergt das Brüsseler Stadtmuseum, unter anderem mit einem Teil der Kostümsammlung des Manneken Pis.
Zunfthäuser
Rund 30 Häuser der Handwerkerzünfte, nach der Zerstörung von 1695 im Barockstil wiederaufgebaut.
UNESCO-Welterbe
Seit 1998 als Ensemble in die Welterbeliste aufgenommen.
Blumenteppich
Alle zwei Jahre im August für wenige Tage aus mehreren hunderttausend Begonien gelegt.
Besuchstipps
- Abends wiederkommen: Nach Einbruch der Dunkelheit werden die Fassaden beleuchtet, was der Platz eine ganz andere Atmosphäre gibt als tagsüber.
- Nicht nur den Platz selbst ansehen: Die kleinen Seitengassen wie die Rue des Bouchers mit ihren Restaurantauslagen gehören ebenfalls zum Erlebnis.
- Auf den Blumenteppich achten: In geraden Jahren wird Mitte August für wenige Tage ein großer Blumenteppich aus Begonien auf dem Platz ausgelegt.
- Restaurants direkt am Platz meiden: Die Lokale mit Blick auf den Grand-Place sind touristisch bepreist; bessere und günstigere Optionen liegen meist eine Straße weiter.
Bildergalerie
Häufige Fragen
Nein, der Platz selbst ist ein öffentlicher Ort und rund um die Uhr kostenlos zugänglich. Eintritt fällt nur für einzelne Gebäude wie das Stadtmuseum an.
Für einen ersten Eindruck reichen 30 bis 60 Minuten. Wer die Fassaden genauer betrachtet oder ein Museum besucht, sollte mehr Zeit einplanen.
Am Abend, wenn die Fassaden beleuchtet werden, sowie an ruhigeren Vormittagen unter der Woche, wenn weniger Reisegruppen unterwegs sind.
Am einfachsten mit der Metro bis Gare Centrale oder Bourse/Beurs, von dort sind es jeweils nur wenige Gehminuten.